Pflege am Boden Arnsberg

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Aktuelles

Am Montag, den 23.November 2015, starten wir unsere Themenwoche "Patient (im) HSK".

Radio Sauerland und die Westfalenpost beleuchten und hinterfragen die medizinische Versorgung im HSK. Gibt es genügend Fachärzte? Haben unsere Krankenhäuser eine Zukunft? Wie sollen junge Ärzte ins Sauerland geholt werden? Wir informieren Sie!

Höhepunkt ist unsere gemeinsame Podiumsdiskussion "Patient (im) HSK - Wie krank ist unsere medizinische Versorgung?" am Donnerstag, den 26. November 2015, um 19.30 Uhr in der Cafeteria des St. Walburga Krankenhauses in Meschede.

Radio Sauerland-Moderator Patrick Feldmann diskutiert mit diesen Experten:

•Dr. Peter Kleeschulte, Leiter des Gesundheitsamtes des HSK

•Dr. Hans Heiner Decker, Hausarzt in Hüsten und Sprecher der kassenärztlichen Vereinigung

•Anja Rapos, Geschäftsführerin St. Walburga Krankenhaus Meschede

•Werner Kemper, Klinikum Arnsberg

•Dr. med. Ulrich Schmidt, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Brilon

Der Eintritt ist frei. Es stehen insgesamt 110 Plätze zur Verfügung.

Wir beschäftigen uns mit Ihrer Gesundheit.


Leserbrief

Gesundheitswoche ohne Pflege?

Die Profession der Pflege beinhaltet unter anderem:

  • die Förderung der Gesundheit
  • Verhütung von Krankheiten
  • Versorgung und Betreuung kranker Menschen

Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse, Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung. (Auszug aus der internat. Definition der Pflege).

Dies scheint der Westfalenpost und Radio Sauerland in Bezug auf die aktuelle Gesundheitswoche nicht bekannt zu sein, sonst wäre die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen nicht schlichtweg in Berichterstattung ignoriert, und bei der Podiumsdiskussion eingeladen worden.

Wieder einmal wird nicht "mit der Pflege", sondern "über die Pflege gesprochen". Hier kritisieren wir, das kein Vertreter aus der Pflege eingeladen wurde und

auch in der Berichterstattung zur "Gesundheitswoche" die Pflege kein Thema ist.

Ohne die Berufsgruppe der professionellen Pflege gäbe es kein funktionierendes Gesundheitswesen in Deutschland und im Hochsauerlandkreis. Alten- Pflegeheime und Krankenhäuser müssten schließen.

Auf die jetzigen Missstände im Gesundheitswesen weisen die Pflegenden seit Februar 2014 mit der Aktion „Pflege am Boden" und „Pflegewende jetzt" in Arnsberg und auch bundesweit hin.

Wir fragen uns, warum findet unsere Arbeit „die Pflege" so wenig Wertschätzung?

Oder planen Sie eine Pflegewoche im HSK in Ihrer Berichterstattung?


Ulrich Mönke Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie 59757 Arnsberg

Dorothea Vanselow Fachkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie 59755 Arnsberg

Therese Deimann Krankenschwester 59757 Arnsberg

Margit Helleberg Krankenschwester 59823 Arnsberg

Alexander Huckschlag Krankenpfleger 58706 Menden

Petra Biermann Kinderkrankenschwester 59759 Arnsberg

Dr. med. Rolf Kleinmann Facharzt für Innere Medizin 59823 Arnsberg

Susan Holbein Pflegesachverständige 59821 Arnsberg

Kerstin Koch Kinderkrankenschwester 59757 Arnsberg

Marianne Hockertz Krankenschwester 59757 Arnsberg


Veranstaltungen


PFLEGE AMBODEN/PflegeWENDE

Lichterkette für eine menschenwürdige Pflege

Nach einer akuten Erkrankung oder einem Unfall werden Sie plötzlich pflegebedürftig und sind auf fremde Hilfe angewiesen. In dieser Situation wünscht sich jeder eine gute und fürsorgliche Behandlung durch das Pflegepersonal in Krankenhäusern, Pflegeheimen und zu Hause. Doch was ist, wenn es durch Stellenabbau, Berufsflucht und steigender Zahl von pflegebedürftigen Menschen, nicht mehr genügend Pflegekräfte zur Verfügung stehen?

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und zu Hause nimmt seit Jahren zu. Gleichzeitig steigen durch Stellenabbau und Arbeitsverdichtung die Belastungen für alle Pflegenden. Seit die Fallpauschalen (DRG) 2003 eingeführt wurden, welche die Leistungen der Pflege nur zu einem sehr kleinen Teil berücksichtigen, stehen auch die Krankenhäuser und Pflegeheime finanziell mit dem Rücken zur Wand. Obwohl internationale und nationale Studien den Zusammenhang zwischen Anzahl und Qualifikation des Pflegepersonals und Komplikationen für Patienten beweisen, reichen die geplanten Maßnahmen der Politik nicht aus. Auch im Sauerland wird es zunehmend schwierig freie Stellen in der Pflege neu zu besetzen, dies bedeutet eine noch höhere Arbeitsbelastung der vorhandenen Pflegekräfte. Ebenfalls  sind schon mehrere Krankenhäuser aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden. Das alles führt dazu, dass gerade im weitläufigen Sauerland, die Versorgung vor Ort immer schlechter wird.

Um die Bevölkerung und die Politik aufmerksam zu machen, rufen wir mit PFLEGEAMBODEN und der Aktion PflegeWendedes Caritas Verbandes zu einer MENSCHEN – LICHTERKETTE in Form eines Sterbekreuzes auf dem Neheimer Markt in Arnsberg – Neheim, am Mittwoch, dem 10. Dezember 2014 um 17:00 Uhr auf. Mit dieser Gemeinschaftsaktion wollen wir ein deutliches Zeichen setzen und für die Öffentlichkeit erkennbar für eine Verbesserung der Pflege eintreten.

Deshalb fordern wir die Politik auf: Ändern Sie endlich die Arbeitsbedingungen

für Pflegende, garantieren Sie uns ausreichend Zeit für die Bedürfnisse der

uns anvertrauten Patienten und stoppen Sie die Armutsfalle für pflegende

Angehörige! Unser Ziel, die Menschen so zu versorgen, dass sie auch als Pflegebedürftige noch in Würde leben können, ist nahezu utopisch geworden.

 

Jeder von uns kann morgen schon pflegebedürftig sein...


Presse

Arnsberg.

Pflegeberuf krankt an Systemfehlern

20.02.2015 | 18:00 Uhr

2015-02-20T18:00:00+01:00

Arnsberg. An der Sinnhaftigkeit von „Pflege- und Gesundheitsbörsen" – wie zuletzt in Meschede und Brilon veranstaltet (wir berichteten) – zweifelt Ulrich Mönke; und spart dabei nicht mit Kritik an den Ausrichtern. Nur der Grund allein, dass Pflegekräfte benötigt werden, sorge nicht für steigendes Interesse junger Menschen an einem Job in dieser Branche, ist sich der Neheimer sicher. Und Mönke weiß, wovon er spricht; selbst als Krankenpfleger am Klinikum Arnsberg tätig, fungiert er außerdem als regionaler Sprecher der bundesweiten Initiative „Pflege am Boden".

Vor allem eine Aussage von Professor Dr. Volker Verch habe ihn „schon sehr irritiert", schreibt Mönke der Redaktion: „Einerseits rücken immer weniger Leute in Pflegeberufe nach, andererseits steigt die Zahl der Pflegebedürftigen", hatte Professor Verch, Lenkungskreisvorsitzender der Region Hellweg-Hochsauerland, während der Mescheder ­Messe geäußert – und das am demografischen ­Wandel festgemacht.

Doch die Frage „Warum rücken immer weniger junge Leute in den Pflegeberuf nach?" lässt sich laut Ulrich Mönke ganz einfach beantworten: Die Rahmenbedingungen stimmen nicht, müssen sich ändern. „Als erfahrener Krankenpfleger weiß ich, dass schlechte Bezahlung, unattraktiver Schichtdienst, Überstunden und zu wenig Personal keine Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege mehr zu­lassen", führt er aus. „Wenn nachts oft eine einzige Person für über 50 Pflegebedürftige zuständig ist, darunter einige demenzkrank und nachtaktiv, kann das eine einzige Pflegekraft gar nicht schaffen, aber es ist ganz legal. Das sind echte System­fehler", sagt der Neheimer.

„Und das alles wollen Sie auf Pflege- und Gesundheitsbörsen ­jungen Leuten vermitteln?" appelliert er an NRW-Minister Guntram Schneider und auch an HSK-Landrat Dr. Karl Schneider, den bisherigen Ansatz zu überdenken.

Arbeitsbedingungen verbessern

„Setzen Sie sich endlich für ­bessere Arbeitsbedingungen der Pflegenden ein, garantieren Sie uns ausreichend Zeit für die Bedürf­nisse der uns anvertrauten Patienten. Wenn das geändert wird, dann können Sie auf Pflege- und Gesundheitsbörsen verzichten", so der Klinikum-Arnsberg-Mitarbeiter.

Torsten Koch

Pflegeberuf krankt an Systemfehlern - | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:

http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/pflegeberuf-krankt-an-systemfehlern-id10374169.html#plx19288127


Aktionsfotos

Aktion am 10.12.2014 MENSCHENLICHTERKETTE

Das Sterbekreuz
Das Sterbekreuz

Aktion am 14.02.2015

Video

Podiumsdiskussion

Wie gestalten wir unsere Kommune pflegefreundlich?

13

05

2015

Marsberg (bre). Älter werdende Menschen, pflegende Angehörige, Pflegefachkräfte. Alle Teile der Bevölkerung sehen sich früher oder später mit dem Thema Pflege beschäftigt.

 

Das gilt auch für das Hochsauerland. Stets im Raum steht die Frage danach, was dem Einzelnen die Pflege Wert ist, materiell und gesellschaftlich. Am gestrigen Dienstag informierten die SPD-Bundestagsabgeordneten Dirk Wiese und Dr. Edgar Franke anlässlich des Tages der Pflege zahlreiche Interessierte über das Thema „Pflege und Versorgung im demografischen Wandel". Bernd Sieren, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD in Marsberg, konnte zahlreiche Interessierte begrüßen. Informiert wurde über die vielen Herausforderungen im Bereich der Pflege, über das Positionspapier der SPD sowie die Koalitionsvereinbarungen, über das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf und über die Pflegestärkungsgesetze I und II. Zuvor hatte eine Diskussionsrunde im „Haus am Bomberg“ stattgefunden. Dirk Wiese machte deutlich, dass schon heute gut 2,63 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sind. Nach Dr. Edgar Franke, Vorsitzender im Ausschuss für Gesundheit, wird diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf etwa 4,36 Millionen ansteigen. Dies bedeutet, dass man zukünftig deutlich mehr Fachkräfte in der Pflege benötigen wird. Der Bedarf an qualifiziertem Personal in der Pflege wächst. 2025 sollen laut Schätzung etwa 152.000 Pflegekräfte fehlen. Immer mehr Angehörige übernehmen Betreuungs- und Pflegeaufgaben, sind aber gleichzeitig berufstätig. Bei der nötigen Weiterentwicklung müssen die häusliche Pflege, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, gute Arbeit für Pflegefachkräfte und gute Pflegeinfrastruktur auch im ländlichen Raum gestärkt werden. Der Ausbau von mobiler Pflege wurde thematisiert. Durch ein am 1. Januar in Kraft getretenes Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, können Beschäftigte nun nicht nur sechs Monate aus dem Job aussteigen, sondern haben auch Anspruch auf eine teilweise Freistellung von bis zu 24 Monaten bei einer Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden. Die Situation in den Pflegeberufen habe sich deutlich verschärft, so Wolfgang Schlenke, Bezirksgeschäftsführer bei der Gewerkschaft ver.di. Die Arbeitsbelastung ist hoch, die Wertschätzung gegenüber den pflegenden Berufen eher gering. Er fordert eine Entlastung der Pflegenden durch mehr Personal mittels Mindestpersonalzahlen und mehr Gehalt. Es wäre auch wichtig, dass alle pflegenden Berufsgruppen gleichermaßen bezahlt würden. Denn Konkurrenz belebe das Geschäft, findet Franke. Zudem, so Schlenke, müsse die allgemeine Arbeitssituation verbessert werden. Dazu gehören unter anderem Vollzeitstellen statt befristeter Verträge und die bessere Planung von Freizeit. „Um die Pflege zu verbessern müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, so Schlenke. Diese Ansicht teilt auch Ulrich Mönke, Vorsitzender des Fördervereins Johannes Arnsberg. „Es gibt immer mehr Pflegende, die sich das nicht länger gefallen lassen!“ Auch er fordert mehr Personal. Zum Beispiel Probleme mit der Hygiene resultierten auch aus dem erheblichen Zeitmangel, der wiederum auf zu wenig Personal zurückzuführen sei. So wie er den Pflegeberuf erlernt habe, könne er ihn heute nicht mehr ausführen. Aus dem Publikum kam die Anmerkung, dass heute im vielleicht schlimmsten Fall zwei Pfleger für 80 Pflegebedürftige zuständig seien. Mönke konnte diese Äußerung bestätigen. Von der Politik eingeführt wurde ein neuer weiterer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der sich nicht mehr an dem minütlichen Pflegeaufwand orientieren soll und der dem besonderen Hilfs- und Betreuungsbedarf von Menschen mit psychischen und kognitiven Einschränkungen, wie Demenzkranken, besser gerecht werden soll. Pflege soll auf den individuellen Bedarf ausgerichtet sein. Mönke ist außerdem für eine generalisierte Ausbildung innerhalb der Pflegeberufe, für die sich auch die SPD ausspricht. Er weiß, dass die Rahmenbedingungen verändert werden müssen, damit Auszubildende nicht schon während ihrer Ausbildung verbrennen. Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass der demografische Wandel auch die Pflegenden betrifft. Auch sie werden älter, der Nachwuchs wird weniger und den Wenigen müsse man einen Anreiz schaffen. Ein Versorgungsstärkungsgesätz habe man bereits im Rohr, sagte Franke. Auch ein neuer Bedarfsplan komme. „Vor fünf Jahren hätte ich noch nicht gesagt, dass es einen Fachkräftemangel geben wird. Heute sehe ich das anders“, so Klaus Niggemann, Pflegedirektor im St. Marien-Hospital Arnsberg. Von der Politik wünscht er sich Berechnungsgrößen sowie die verbindliche Aussage, dass das dann auch finanziert wird. Dr. Edgar Franke weiß von den Problemen. Fallpauschalen beispielsweise müsse man überarbeiten: „Es gibt wirklich Reformbedarf“. „Für die Pflege schlägt es fünf nach zwölf“, so Mönke. So könne es nicht weitergehen. Er bittet um eine bessere Kommunikation zwischen Bund, Land und Kommune, die sich die Zuständigkeiten oft zuschieben würden. Niggemann spricht sich für die Einrichtung einer Pflegekammer in NRW aus, eine Unterschriftensammlung hierfür ist bereits im Gange. Zu wenig und zu schlecht bezahltes Personal verbessere die Qualität der Pflege nicht gerade. „Das Thema Pflege darf nicht nur am Tag der Pflege thematisiert werden“, schließt Edgar Franke.